Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Residenzschloss 18. April bis 7. November 2010

by Ines_Keerl ~ May 7th, 2010.
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Zukunft seit 1560. Von der Kunstkammer zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Das Dresdner Residenzschloss, einst Wohn- und Repräsentationsstätte der sächsischen Kurfürsten und Könige, wird nie wieder so sein wie es einmal war. Und dennoch zeigt es sich heute dem kunstsinnigen Besucher aus aller Welt so, wie es nie hätte sein können. Die Wunden des Untergangs des „alten Dresden“ im Februar 1945 werden nie verheilen, doch entstanden ist mittlerweile etwas Neues, das an Altes, Wiederhergestelltes anknüpft, ohne die einstige Pracht imitieren zu wollen. Ein wundervoller Ort für eine Ausstellung, die Vergangenes würdigt und dabei – in finanz- und wirtschaftspolitisch turbulenten Zeiten – zugleich den Weg in die Zukunft zu weisen sucht. Die Rede ist von einer Exposition, die auf 1800m2 in sieben Räumen eine selten gesehene (und wunderbar gelungene!) Konzentration an Kunst inszeniert, in der exemplarisch, aus dem schier unermesslichen Reservoir an eigenen Kunstschätzen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Entwicklung von der Kunstkammer zum bürgerlichen Museum eindrucksvoll aufgezeigt wird. Fünf zeitübergreifende Impulse wie Schöpfung(sakt 1560 unter dem nicht sehr prominenten Kurfürsten August von Sachsen), Verlangen (nach Machtentfaltung, Repräsentation und Besitz), Wissbegier (naturwissenschaftliche Erforschung der Welt), Konfrontation (Aufeinandertreffen gegensätzlicher Meinungen) sowie Ausstrahlung einer der reichsten Sammlungen der Welt bilden gleichsam die Leitlinie der Exposition von mehr als 300 Kunstwerken, darunter Leihgaben ausländischer Museen, wobei der Zukunftsgedanken stets zu allen Zeiten die treibende Kraft darstellte. Cranachs Adam und Eva, filigrane Schätze aus dem Grünen Gewölbe, eine Planetenuhr aus dem 16. Jahrhundert, eine antike Statue der Artemis, Schattenspielfiguren aus Java aus dem 19. Jahrhundert, Fotografien von Hugo Erfurth, Oskar Kokoschkas Bild Die Macht der Musik (1931 erworben, 1937 als „entartet“ beschlagnahmt und heute in Eindhoven), Hans Grundigs noch immer mahnendes Triptychon Das Tausendjährige Reich sowie – als Abschluss und Ausblick zugleich – Jeff Walls Großbilddia im Leuchtkasten The Thinker, das als Sinnbild Hoffnung und Enttäuschung, Annäherung und Distanzierung, Tradition und Wandel gleichermaßen umfasst, sind nur einige Höhepunkte einer Entdeckungsreise durch die Kunstgeschichte und eben die vielschichtige Sammlungshistorie der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Thomas Krzenck

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