Newsletter Schweizer Buchhandel Ausgabe 15/2009
Buch der Woche: Eine scharfe Kobra mundet auch Kindern
Kinder können kochen. Kinder wollen kochen. Aber nicht mit Jamie und schon gar nicht mit Tim und wie die Jungs alle heissen, die die Weisheiten der Küche mit dem Löffel gegessen haben wollen, als sie weder piep noch pap sagen konnten. Inès Keerl hat mit Karin Krzenck-Lichtenstein in ihrer Bekanntschaft rumtelefoniert und Jungs und Mädels zu einem Shooting eingeladen. Ziel des fröhlichen Get-togethers: Sie sollten – unter Anleitung – Rezepte aus Europa kochen und sich dabei profimässig ablichten lassen. Mehr noch: für jedes Land liessen Inès und Karin Schürzen in den Landesfarben schneidern, um die Zuordnung zu sichern. Die Idee hinter diesem ungewöhnlichen und absolut sympathischen Kochbuch: Aus allen Ländern Europas Rezepte zu sammeln, mit Geschichten anzureichern und so den Kiddies (fast schon Teens, aber noch nicht ganz) klar zu machen, dass Europa von den Rändern bis zum Zentrum eine eigene Volks(küchen)kultur besitzt, die sich weder von Brüssel noch von sonst einer Administration verwalten lässt. Erfreulicherweise fehlt auch die Schweiz nicht. Und ebenso erfreulich ist der Umstand, dass die Rezepte allesamt leicht nachzukochen, also auch für Erwachsene geeignet sind… Das also ist es, was uns im Innersten zusammenhält: der fröhliche, weil von munteren Kindern bevölkerte Tisch. Ach, blödsinnigerweise musste eine Fernseh-Koch-Tussi ein Vorwort beisteuern – weil es sich dann besser verkauft? Alles Quatsch. Das Buch ist auch ohne Poletto «alles paletti».
PS. Kobra sind übrigens eingelegte Auberginen und stammen aus der Ukraine – sie sind, so das Buch, ein Schmuckstück auf jeder Festtafel und eine wahre Delikatesse. In diesem Sinne: «budmo!»