1. Preisträgerin der European Fine Arts Challenge 2009/10 Franziska Güttler
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Jurybegründung
Franziska Güttler vertritt eine höchst aktuelle Position in der zeitgenössischen Malerei: eine Gegenständlichkeit, die nicht vordergründig ist, sondern in Phantasiewelten entführt, die zwischen Realem und Surrealem oszillieren. Ihre wichtigsten Inspirationsquellen sind Märchen und Mythen, zu denen eigene Ideen und/oder persönliche Erfahrungen treten.
Diese Mischung verdichtet sich zu Bildern aus denen eine tiefe Sehnsucht nach Träumen und Sinnlichkeit spricht – eine Art Gegenentwurf zu unserem durchtechnisierten Leben. Allerdings zeigen die Bilder keineswegs eine „heile“ Welt. Die ihnen immanente Stimmung ist häufig ambivalent, bewegt sich zwischen verhaltener Fröhlichkeit/Heiterkeit und dem Gefühl des Bedrohtseins.
Dabei ist das Angsteinflößende nie konkret sondern manifestiert sich etwa in dunklen Farbflächen, welche die Protagonisten gleichsam von außen zu bedrohen scheinen. So entfalten die virtuos gemalten Bilder von Franziska Güttler eine unmittelbare emotionale Wirkung. Sie faszinieren nicht nur, sie verunsichern zugleich und regen den Betrachter an, sich selbst zu diesen Bildwelten in Beziehung zu setzen.
Die gegenständliche Malerei steht heute im Schatten einer weitgehend abstrakten Formensprache oder aber scheint von vermeintlichen philosophischen Dimensionen und thematischen Andeutungen inhaltlich nahezu überfrachtet. Bei Franziska Güttler hingegen tritt eine natürliche Gegenständlichkeit in den Vordergrund, zugleich übt die Umsetzung des Sujets – unterstützt durch kräftige, ja expressiv wirkende Farben – unweigerlich einen Sog, eine Magie auf den Betrachter aus, die manchmal an August Macke denken lässt.
Es ist eine Balance zwischen Realität und einem vielleicht melancholischen Traum, die den Betrachter einläd zu verweilen und nachzusinnen über die scheinbar einfachen Dinge des Lebens.
Der Jury gehörten an:
Dr. Heike Lüddemann, Dr. Thomas Krzenck